Geschichtliches

Schon zur Zeit der Römer wurde in der Champagne Wein hergestellt. Aufgrund der Nähe zu Paris und der Aktivitäten der Klöster Abtei Saint-Remi und Notre-Dame-en-Vaux in Châlons-en-Champagne

 

  


blieb der Weinbau in der Region erhalten der Wein erreichte allerdings keine große Popularität.

In Folge dessen setzte sich der Begriff  "Vin en Champagne" erst während der Herrschaft von Heinrich IV durch. Vorher ging er in der Masse der Weine aus der Region unter. Die Bezeichnung Champagne  wurde damals auf Grund des Wortstammes (Campagne / lateinisch: campania = Feld; offene Landschaft) nicht gerne gesehen da diese einen unfruchtbaren Boden, der höchstens zur Weide von Schafen taugt, bezeichnet.

 

Ungeachtet dessen gewann der Wein aus der Champagne später besonders an den königlichen Höfen Frankreichs und Englands immer mehr Freunde.

 

Erst im 17. Jahrhundert (um 1670 ) wurden die Weichen für den heutigen Champagner gestellt und aus dem ursprünglichen Weißwein wurde ein Schaumwein gemacht. Zu dieser Zeit hatte man auch begonnen den Wein im Anbaugebiet in Flaschen zu füllen um so seine Frische zu erhalten.

 

Vermutlich ist es den Engländern zu verdanken dass die Flaschenabfüllung nicht gleich wieder eingestellt wurde da sie den „perlenden" Wein sehr gerne tranken.

Bei den Winzern war dieser perlende Wein nicht besonders beliebt und wurde von ihnen als „Wein des Teufels" bezeichnet da beim Öffnen der Flaschen die Korken heraussprangen und die Flaschen teilweise platzten.

Mit der Zeit beherrschten die Winzer dann die Flaschengärung bzw. bekamen diese einigermaßen in den Griff sodass den Königshäusern in diversen Schreiben von Christoper Merret mitgeteilt wurde wie mit gezieltem Zuckereinsatz der Wein frisch gehalten und die Perlage beeinflusst werden kann.

 

In der Benediktienerabtei von Hautvillers wurde,von deren Kellermeister dem Benediktinermönch Dom Pérignon (1638 - 1715), das Verfahren der Flaschengärung maßgeblich weiterentwickelt. Er beschäftigte sich besonders mit dem Verschnitt von Weinen, dem „Weißkeltern" von roten Trauben und diversen Verschlusstechniken wie bspw. Das „Kordeln" von Korken die so am Flaschenhals befestigt bzw. gesichert wurden.

Louis Pasteur brachte in diesen Jahren mit seiner Grundlagenforschung über Gärprozesse das Verständnis für die Flaschengärung um einige Schritte weiter und somit hatten die Winzer die grundlegenden Informationen die Qualität ihrer Produkte entscheidend zu verbessern.

 

 

Nicolas Irénée Ruinart der Neffe des  Benediktinermönchs "Dom Thieey Ruinart"  gründete 1729 das älteste heute noch bestehende Champagnerhaus. 

Bereits seit 1584 ist der Handel mit Wein und Produkten aus Wein durch die Familie Gosset belegt, allerdings nicht mit großer Kontinuität. Die Handelshäuser Moet, Heidsieck, Bollinger und Perrier-Jouët forcierten in dieser Zeit die internationale Vermarktung der erzeugten Produkte und steigerten damit auch deren Ansehen und den guten Ruf.  

Napoleon feiete seine Siege und natürlich auch seine Kaiserkrönung mit Champagner. So erlebte der Champagner schon unter seiner Herrschaft einen wahren Höhenflug.  Das Sabrieren, auch Sabrage genannt, (Abschlagen des Flaschenkopfes mit einem Säbel) geht ebenfalls auf Napoleon zurück.  Nach einer im Jahr 1812 gewonnenen Schlacht gegen das russische Zarenreich wurde diese Technik des öffnens von Champagnerflaschen zur Tradition.

Nicht unerwähnt muss ebenfalls bleiben dass Frauen bei der Entwicklung des Champagners eine wichtige Rolle gespielt haben. Zu erwähnen sind hier die Namen der Damen: Perrier, Clicquot und  Pommery.

Bis ins 19. Jahrhundert war der Champagner trüb da sich die Hefe aus dem zweiten Gärprozess in der Flasche absetzte. Daran forschte damals Nicole-Barbe Cliquot - aus dem Hause „Veuve Cliquot-Ponsardin", mit ihrem deutschstämmigen Kellermeister Antoine Müller und mit Alfred Werlé 1806 das Degorgieren und das Rütteln. Man sagt das das erste Rüttelpult ein Küchentisch gewesen sei J.  Die Technik des Rüttelns wurde erstmals um 1803 in einer Abhandlung von André Julliens erstmals schriftlich erwähnt. 

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Champagner zu einem der weltweit am weitesten verbreiteten Luxusgüter. So wurden 1882 ca. 36 Millionen Flaschen Champagner erzeugt von denen ca. 75% exportiert wurden. Die Haupt-Exportländer waren Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika.

Dem Aufschwung des 19. Jahrhunderts wurde allerdings durch die Reblausinvasion ein jähes Ende gesetzt wobei die Weinberge in der Champagne erst relativ spät (so gegen 1885) von dem Schädling heimgesucht wurden.

In der darauf folgenden Zeit wurden viele der Weinberge der Champagne  „aufgelassen" d. h. die Weinberge wurden  nicht mehr gepflegt und die Rebstöcke später ausgehauen. Teilweise ließ man die Flächen auch „brach" liegen.

Diese Maßnahmen führten dann dazu dass sich der Rebsortenspiegel veränderte und die heute dominierenden Rebsorten: Chardonay, Pinot Noir und Pinot Meunier eingeführt bzw. angepflanzt wurden.

 

Am Anfang des 20. Jahrhunderts (1908) wurde per Gesetz der Gebrauch des Namens „Champagner" auf Weine beschränkt die im Gebiet des Departements Marne und Aisne

Angebaut wurden. Dieses Recht erhielten auch die Winzer des Departements Aube im Jahr 1911 zurück was aber dann zu Unruhen im Departement Marne führte.

 

Als Kompromiss wurde in der Folge der Unruhen die Bezeichnung Champagne auf die Marne beschränkt und die anderen Gebiete wurden bis 1927 als Champagne Deuxième Zone klassifiziert. Des weiteren wurden 1911 alle Gemeinden in den Departements  auf einer Prozentskala eingestuft die dann die Basis für die Ermittlung der Traubenpreise wurde.

 

Im ersten Weltkrieg war das Gebiet der Champagne besonders von den Kampfhandlungen betroffen die die Bevölkerung und damit auch die Champagnerproduktion stark in Mitleidenschaft zog. Mit der Prohibition in Amerika und der Revolution in Russland brachen später dann für den Champagner sehr bedeutende Exportmärkte weg.
Erst in den dreißiger Jahren konnten die Ausfälle daraus durch den steigenden Absatz im Inland kompensiert werden.

Die Not die damals herrschte, zwang viele Winzer dazu sich von der Zusammenarbeit mit den großen Champagnerhäusern zu lösen und eigene Wege für den Absatz ihres Champagners zu suchen.

Die Folge daraus war, dass viele kleine familiär geführten Betriebe gegründet wurden die auch heute noch existieren.  Interessant ist hier dann auch schon zu erwähnen dass dem besiegten Deutschland im Vertrag von Versailles der Schutz der Herkunftsbezeichnung Champagner auferlegt wurde.

 

Während, bzw. unter der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg wurde das Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne gegründet welches heute als Dachverband die Interessen der Champagnererzeuger vertritt und die Produktion beaufsichtigt.

Der zunehmende Wohlstand der sich nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte, brachte dem Champagner schließlich einen Aufschwung der die Produktion auf nie erreichte Zahlen bzw. Höhen brachte. Vor nicht allzu langer Zeit im Jahr 1999 wurde das feste Verfahren zur Ermittlung der Traubenpreise auf Basis der schon erwähnten Prozent-Einstufung aller Gemeinden außer Kraft gesetzt.
In den letzten Jahren wurden dann besonders im Hinblick auf die Erweiterung der Anbauflächen, auch die nach der Reblauskriese augelassenen Weinberge in Einzelgebieten (Côte de Sézanne und bei Vitry-le-Francois ) wieder bestockt. Inzwischen gibt es auch Bestrebungen die ehemaligen Weinberge bei Soissons in das Anbaugebiet mit einzubeziehen.