Jugendaustausch 2017

                                                                                  

 

 

Nachdem Janine, Julia, Marah, Luise, Emilia, Kilian, Felix und Marcel ihre erste Sommerferienwoche bereits genossen haben, kommen sie endlich an, unsere französischen Freunde aus Hautvillers: Lili, Julia, Celia, Leane, Sarah und Antoine fahren am Samstag, den 8. Juli, gemeinsam mit ihrer Betreuerin Isabelle um 16:45 Uhr auf den großen Parkplatz und werden von uns begrüßt. Antje, Tatjana und Maxi betreuen die deutschen Jugendlichen an diesem Tag. Kurz aufgeteilt auf die Gastfamilien und schnell frisch gemacht treffen sich alle Familien dann zum Grillen auf dem Hahnwald. Auch Claudia und Reiner, Jürgen, Jannis und unsere Betreuerin vom vorletzten Jahr, Julia, schauen vorbei. Beim Öffnen der Hütte am Hahnwald werden wir von einem neugierigen Bewohner, einem Siebenschläfer, begrüßt. Aufmerksam beobachtet das Nagetier, wer die Eindringlinge sind und was diese für riesige Schüsseln mit allen möglichen Leckereien dabei haben. Nur kurz in der Hütte gelagert, bauen wir schließlich ein leckeres Buffet und die Zelte auf und genießen dann den lauen Sommerabend. Und so schnell wie noch nie in all den Jahren des bestehenden Jugendaustauschs unterhalten sich und spielen alle gemeinsam:  französische wie deutsche Jugendliche verstehen sich von Anfang an prächtig und die Stimmung ist richtig gut. Das verspricht eine tolle Woche zu werden. Nachdem Antje mehrfach erklärt hatte, dass man doch besser im Zelt, statt vor dem Zelt schlafe und dass nachts um 02:00 Uhr nun keine Musik mehr angemacht werde, kehrt um 03:00 Uhr allmählich Ruhe in den Zelten ein und eine sehr kurze Nacht beginnt. Denn gegen 05:30 Uhr, es wird schon hell und die Vögel fangen an zu zwitschern, sind einige von unseren Kindern bereits wieder auf den Beinen und gehen mit dem noch vom Abend anwesenden Hund Luna spazieren. Spätestens um 08:00 Uhr sind wir dann alle wach, da die Eltern zum Frühstück kommen.

 

Nach dem Frühstück und dem Abbau, bei dem alle fleißig mit anpacken, startet am Sonntag, den 9. Juli dann der Familientag. Untereinander abgesprochen geht es nach Bad Sobernheim auf den Barfußpfad und danach ins Freibad. Abends wird gemeinsam gegrillt und zusammengesessen und gespannt das weitere Programm erwartet.

 

Ziemlich früh und noch leicht unausgeschlafen treffen wir uns dann am Montag, den 10. Juli um 07:45 Uhr an der Bushaltestelle, um zunächst nach Eltville und dann mit dem Zug weiter nach Frankfurt zu fahren. Heute sind auch die Kiedricher Flüchtlingskinder Zudabe mit ihrem Bruder Ahmad und Alaa mit ihren Brüdern Mohammad und Ahmad mit von der Partie. Betreut werden sie von Astrid und Maxi, Tatjana und Simone sind für den Rest der Gruppe verantwortlich. Wir fahren zunächst ins Senckenbergmuseum, wo wir kurz Zeit haben, uns alleine umzuschauen und dann von 11.00 bis 12:00 Uhr in zwei Gruppen durch einen Teil des spannenden Museums geführt werden. Schnell geht die Stunde danach, in der wir den Rest des Museums noch auf eigene Faust erkunden, um und nach einem Gruppenfoto laufen wir zu Fuß in die Frankfurter Innenstadt. Wir haben Glück, denn gerade regnet es nicht. An der Hauptwache angekommen werden wir in Kleingruppen entlassen und jeder darf nach Lust und Laune schoppen. Das macht Spaß. Wenn man nicht gerade sein Portemonnaie verliert… Doch dank Isabelles sportlicher Höchstleistung schafft sie es doch tatsächlich, innerhalb einer halben Stunde das inzwischen gefundene Portemonnaie im Kleidergeschäft abzuholen, ohne genaue Angaben und ohne Handy mit der S7 von der Hauptwache zum Frankfurter Hauptbahnhof zu fahren und uns alle, wartend auf den Zug nach Eltville, am Bahngleis wieder zu finden. Hut ab, liebe Isabelle. Und auf die Deutsche Bahn ist ja bekanntlich Verlass: Sie hat 15 Minuten Verspätung und somit sitzen wir schließlich alle gemeinsam im Zug Richtung Heimat, nachdem wir auch kurzerhand noch den Wagon wechseln mussten, weil es technische Probleme gab. Der neue Wagon hat aber immerhin eine funktionierende Toilette – es ist doch letztendlich alles für irgendetwas gut. J

 

Wir Jugendliche gehen in Kiedrich angekommen dann schnell Abendessen und uns frisch machen, um auch ja pünktlich um 20:00 Uhr am Jugendtreff zu sein. Hier spielen wir alle gemeinsam Fußball, Basketball, Billard und Twister, tanzen und schwatzen und haben richtig viel Spaß. Der Jugendtreff ist ja bekanntlich sowieso das heimliche Highlight des Jugendaustauschs. Leider schließt er in dieser Woche immer schon um 22:00 Uhr, da wir morgens stets in aller Herrgottsfrühe los müssen.

 

So treffen wir uns am Dienstag, den 11. Juli, bereits um 07:30 Uhr am Eltviller Bahnhof, um gemeinsam nach Koblenz zu fahren. Glücklicherweise ist seit heute die Bahnstrecke zwischen Assmannshausen und Kaub wieder problemlos befahrbar. In Koblenz werden wir von einem sehr freundlichen Linienbusfahrer zum Festungsaufzug gebracht, mit dem wir dann hinauf zur Festung Ehrenbreitstein fahren. Hier beginnt um 10:00 Uhr eine Geocaching-Rallye über die Festung, die uns allen viel Spaß macht. Die Aufgaben, die wir auf dem gesamten Gelände lösen, führen uns zu einem Schatz, aus dem wir uns alle einen kleinen Kompass als Andenken mitnehmen dürfen. Zwischendurch machen wir fleißig Fotos, denn die Aussicht vom Festungshof über Koblenz und ins Rheintal ist wirklich atemberaubend. Dann geht es zu einem köstlichen Mittagessen in die Jugendherberge auf der Festung: Salatbuffet, Geflügelfrikadellen mit Käsespätzle und Wassermelone zum Dessert bilden das Menu. Mit der Gondel geht es danach zum Deutschen Eck. Dank des super lieben Personals an der Gondel kommen wir auch alle pünktlich um 14:00 Uhr am Anleger 9 am Gustav-Stresemann-Ufer an. Hier sollte um 14:00 Uhr unsere einstündige Linienfahrt auf Mosel und Rhein beginnen. Sollte… Um 14:10 Uhr sehen wir das Schiff allerdings an uns vorbeifahren. Ein schneller Anruf von Simone beim Betreiber führt dann dazu, dass das Schiff kurzerhand umkehrt und uns um 14:25 Uhr am Anleger 8 einsammelt. Wir können unsere Bootstour dann also doch noch genießen. Danach gibt es ein paar Infos zum Deutschen Eck und zum Reiterdenkmal, kurz vor dem einsetzenden Regen wird noch ein Gruppenfoto geknipst und dann gibt’s für alle ein Eis. Die Verkäuferin ist lustigerweise Französin – so kommt dann jeder von uns problemlos an seine Lieblingseissorte. Nun laufen wir gemeinsam durch die Altstadt zum Koblenzer Bahnhof Stadtmitte. Leider haben wir keine Zeit mehr, in den vielen süßen Läden zu shoppen, denn unser Zug fährt um 16:49 Uhr schon ab. Zurück in Kiedrich wird wie immer flott gegessen, damit sich alle so schnell wie möglich am Jugendtreff wieder sehen. Die Betreuer gönnen sich am Abend zur Belohnung mal ein Gläschen Champagner, denn für Maxi ist es heute schon der letzte Tag. Er muss morgen wieder in die Uni. Toll, dass er die bisherigen Tage dabei war.

 

Am Mittwoch, den 12. Juli, ist das Wetter leider ziemlich schlecht. Es regnet in Strömen. Doch das ist nur halb so schlimm, denn unser Programm passt perfekt zum Wetter. Es geht zuerst ins Superfly nach Wiesbaden-Nordenstadt. Mit Anti-Rutsch-Socken ausgestattet dürfen wir hier von 10:30 bis 12:00 Uhr im riesigen Trampolinpark nach Lust und Laune springen. Das macht wahnsinnigen Spaß. Viele von uns sind das erste Mal hier und es ist unbestritten einer der coolsten Programmpunkte der Woche. Heute sind auch die jüngeren Geschwister Thilo, Gideon und Elias, sowie dessen Freund Paul mit dabei und freuen sich sehr, dass sie das alles miterleben dürfen. Nach dem Trampolinpark fahren wir an den Wiesbadener Bahnhof und müssen, statt auf den Reisinger Anlagen im Freien zu picknicken, auf den ersten Stock des Lilien-Carrées ausweichen. Aber auch das trübt die Stimmung nicht. Antje bringt mit einigen Mamas leckere belegte Brötchen, Getränke und Muffins vorbei, denn wir haben einen Geburtstag zu feiern: Elias wird 10 Jahre alt und bekommt ein deutsch-französisches Ständchen gesungen. Das ist natürlich Ehrensache. Statt ins Freibad geht es danach weiter in die Funfabrik zum Bowling spielen. Auch das macht allen einen großen Spaß und es werden ungeahnte Talente entdeckt. Flotten Schrittes laufen wir schließlich zum Biebricher Bahnhof und bekommen einen früheren Zug als geplant, sodass wir daheim etwas mehr Zeit zum Ausruhen und Abendessen haben und der Jugendtreff endlich einmal schon um 19:00 Uhr öffnen kann, damit wir eine Stunde länger für unseren gemeinsamen Abend haben. Juhuuu!

 

Am Donnerstag, den 13. Juli werden wir zunächst vom Bürgermeister im Rathaus empfangen. Zu leckeren Bretzeln – die unsere französischen Freunde ja so lieben – und Apfelschorle bedankt er sich bei uns Jugendlichen, den Gastfamilien und Betreuern für den funktionierenden Jugendaustausch und betont, wie wichtig er für unsere deutsch-französische Freundschaft ist. Danach wird noch schnell ein Foto für die Zeitung geknipst und bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns dann alle auf den Weg zur Kiedrich-Rallye. Tatjana und Simone sind völlig verblüfft, denn wir schaffen es alle innerhalb einer Stunde und 20 Minuten pünktlich am Weinprobierstand zurück zu sein. Von hier laufen wir dann gemeinsam durch die Wingert hinauf zum Scharfenstein, wo wir uns leckere Familienpizzen zum Mittagessen teilen. Um 13:00 Uhr kommt dann Herr Opper, berichtet uns ein wenig über die am Scharfenstein nistenden Vögel und begeht mit uns den Scharfenstein. Hier darf nicht jeder hoch und wir freuen uns über diese außergewöhnliche Gelegenheit. Die Aussicht von oben ist fantastisch – wir können bis zum Donnersberg und in den Odenwald schauen. Danach fahren wir nach Eltville, wo wir in zwei Gruppen aufgeteilt abwechselnd ein bisschen durch den Burghof und die Fußgängerzone bummeln und ein Eis essen, beziehungsweise am Rheinstrand mit Herrn Fill seine inzwischen sehr bekannten Steinskulpturen und Türmchen bauen. Er zeigt uns, wie diese ganz ohne Zement und Kleber halten und wir machen es nach. Wahnsinn, das funktioniert ja wirklich!

 

Nach einem herrlichen Sommertag kehren einige von uns dann tatsächlich mit etwas Sonnenbrand, aber bestens gelaunt, nach Hause zurück und ab 19:30 Uhr treffen wir uns mit allen Gasteltern, Austauschteilnehmern und einigen Vorstandsmitgliedern ein letztes Mal am Jugendtreff. Es gibt Fingerfood und Getränke, Musik wie immer und wir genießen den letzten gemeinsamen Abend. Kaum zu glauben, dass die Woche schon wieder vorbei ist – warum geht das nur immer so schnell? Nachdem die Preise für die Rallye vergeben wurden und Julia und Celia sich ganz rührend bei uns Deutschen für das schöne  Programm bedankt haben, wird noch bis weit nach 22:00 Uhr geplaudert und gelacht, Macarena getanzt und das ein oder andere lustige Gruppenfoto geknipst. Ein harmonischer und schöner Abend rundet diese rundum gelungene Woche ab.

 

Am Freitag, den 14. Juli, treffen wir uns dann um 08:30 Uhr am großen Parkplatz, um unsere französischen Freunde zu verabschieden. Es fällt schwer, sich für ein ganzes Jahr zu trennen, und wir freuen uns schon alle auf das Wiedersehen im nächsten Jahr in Hautvillers – auf Wiedersehen und au revoir, liebe neu gewonnenen und alt bekannten französischen Freunde!

 

Wir deutschen Jugendlichen räumen dann noch schnell im Jugendtreff auf. Mit vereinten Kräften geht das ruck-zuck und so können wir uns sogar um 12:30 Uhr am Rathaus zu einem Spalier aus rot-weiß-blau verzierten Rosen zur standesamtlichen Trauung von Julia Laufer aufstellen. Sie freut sich sehr und ist ganz gerührt. Wir wünschen ihr und ihrem Mann Benny alles Liebe und Gute für die gemeinsame Zukunft.

 

Schließlich verabschieden wir uns alle und haben noch vier weitere Ferienwochen vor uns. An diese wunderschöne Jugendaustauschwoche werden wir noch lange und gerne zurückdenken.

 

Wir Betreuer und Organisatoren freuen uns schon jetzt auf den nächsten Jugendaustausch mit euch!

 

 

Bilder finden Sie hier....

                   Au revoir et à bientôt                             

Maxi, Tatjana und Simone

(mit Julia und Antje)