Jugendaustausch 2014

 

Anlässlich des Jugendaustauschs 2014 zwischen Kiedrich und Hautvillers hieß es für die zwölf Kiedricher Jungen und Mädchen vom 21. bis 26. Aprilvive la France" - auf geht's nach Hautvillers in die schöne Champagne!

                                                         

Am Ostermontag starteten die beiden Privat-PKW, gefahren von den Berteuern Mathias und Simone, und ein Kleinbus, gefahren von Peter Erkel und Michael Bleul, (fast) pünktlich um 12:00 Uhr am großen Parkplatz in Kiedrich. Mit an Bord waren Moritz, Marina, Carla, Jakob, Marie, Marcel, David, Pauline, Phillip, Henry, Marvin und Marie-Sophie, allesamt bepackt mit teils kleineren, teils größeren Koffern. J Den Eltern wurde geschwind „au revoir" gesagt und schon waren wir unterwegs - gut gelaunt bei schönstem Frühlingswetter.

Nach einer unspektakulären Fahrt ohne Stau und mit den üblichen Zwischenstopps kamen wir überpünktlich in Hautvillers an, sodass wir uns im Park kurz vor dem kleinen französischen Dörfchen noch eine ausgiebige Pause genehmigen konnten. Um 17:00 Uhr haben uns unsere französischen Freunde dann auf dem Jard de Kiedrich empfangen. Viele konnten direkt auf ihre altbekannten Freunde zugehen, manch ein neuer Teilnehmer hat nun endlich seine Gastfamilie kennenlernen dürfen. Nach der Aufteilung in die Gastfamilien sind wir alle erst einmal nach Hause gefahren, um uns kurz frisch zu machen, auszuruhen und etwas zu plaudern. Im ehemaligen Jugend-Club-Raum haben wir uns schließlich gemeinsam mit allen französischen und deutschen Jugendlichen und Verantwortlichen zum Begrüßungs-Pizza-Essen getroffen. Mathias und Simone waren recht angetan von den Riesenpizzen belegt mit Spargel, Foie gras oder Ruccola. „Delicieux!" Die Jugendlichen hätten sich jedoch wohl eher über eine einfache Margherita, Salami- oder Schinken-Pizza gefreut. Der selbstgemachte Nachtisch der Gastfamilien hat jedoch schnell für alles entschädigt und innerhalb kürzester Zeit waren alle im deutsch-französischen Gespräch, haben gelacht, gespielt und sich verständigt.

Am Dienstag hieß es dann früh aufstehen: um 09:30 Uhr fuhren einige französische PKW vom Jard de Kiedrich in Richtung Eperney. Dort haben wir die Champagner-Kellerei Castellane besichtigt und für die Betreuer gab es sogar ein Schlückchen zur Verkostung. Das Highlight des bekannten Champagnerhauses war natürlich der Turm. Wer sich kurzzeitig von seinem Handy losreißen konnte - im Hause Castellane gab es kostenloses WLAN - ist fleißig die vielen Stufen hinaufgestiegen, um die Aussicht zu genießen.

Zum Mittagessen ging es - auf typisch französische Art und Weise - zu „McDo". Spätestens hier war die Spargel-Pizza für die Kids vergessen - die Betreuer sehnten sich ein wenig danach. Das von französischer Seite spendierte Menü und das von der Fastfood-Kette bereitgestellte WLAN machten alle Jugendlichen froh - zumindest für einen kurzen Moment. Zu Fuß machten wir uns dann auf zu einer großen Fabrikhalle, in der uns Bowling und Laserquest versprochen wurde. Für alle Jugendlichen galt das Laserquest als DER Programmpunkt schlechthin. Wir konnten es kaum erwarten. Doch wir vergaßen, dass wir uns jenseits der Grenze und längst nicht mehr auf gut durchorganisiertem, wohl vorbereitetem deutschen Boden befanden. Das Laserquest unterlag Reparaturarbeiten. Und nachdem uns der Besitzer zunächst zwei Stunden Bowling spielen ließ und versprach, das er „bientôt" mit der Reparatur fertig sei und wir „plus tard", aber auf jeden Fall noch „aujourd'hui" Laserquest spielen dürften, eröffnete er uns schließlich, dass es nun doch nicht möglich sei. Die Gesichter der Jugendlichen versteinerten und manch ein Teilnehmer von deutscher Seite fühlte sich zwei Jahre zurückversetzt. Warten, ohne Aussicht auf Belohnung... Da half auch kein gutes Zureden von Mathias und Simone mehr...

 

 

 

Freitags wurde das Programm dann spontan umgestellt. Eigentlich war ausschlafen angesagt, aber die Franzosen bestellten uns doch schon früh am Morgen zum Jard de Kiedrich. Warum nur? Es gab nicht nur einen Jugendlichen, der darüber schimpfte. Doch dann machten alle große Augen: Kaum zu glauben, was uns unsere französischen Freunde ermöglichten... Sie fuhren doch tatsächlich mit uns noch ins Laserquest – eines, das nicht gerade repariert werden musste. Es sollte der Höhepunkt des ganzen Austauschs werden. Gemeinsam mit unserem Polizisten Mathias und dem französischen Betreuer Aurélien lieferten sich zwei Teams einen grandiosen Laserkampf und kamen erschöpft, aber sehr zufrieden nach einen guten Stunde wieder aus den Gemäuern des Laserquest zurück. „Merci, les Français, c’était trop cool!“ Und kein Jugendlicher hat gemerkt, dass es im Laserquest keinen Handyempfang gab…

Nach diesem sportlich-attraktiven Programmpunkt sollte dann aber doch noch etwas Kultur folgen. Wir besichtigten das Musée de l’aeronautique locale in Bétheny. Der Bürgermeister höchstpersönlich empfing uns und berichtete stolz über die Entwicklung der Fliegerei und Flugkunst in der Gegend. Auch wenn dies nicht gerade in der Top-Ten-Liste der für Jugendliche interessanten Themen zu finden ist, so haben sich doch zumindest die Kiedricher Jungen und Mädchen sehr interessiert und motiviert gezeigt – immer noch dankbar für den tollen Programmpunkt zuvor. Wir sind stolz auf euch!

Zum Abschluss ging es dann noch weiter nach Reims. Kurz an der Kathedrale vorbeigelaufen und diese als Treffpunkt bestimmt, hieß es dann für alle: „Auf zum Shopping!“ Lang ersehnt und viel zu knapp bemessen war diese Phase in den Augen der Jugendlichen. Dennoch kamen alle voll bepackt mit vielen Tüten zum Bus zurück.

Am Abend fand das traditionelle Abendessen mit allen Gastfamilien, Teilnehmern und den französischen Verantwortlichen in der Bagatelle in Dizy statt. Hier wurde gegessen, getrunken, mit Händen und Füßen, halb auf Deutsch und halb auf Französisch, geredet und gelacht und die schöne Woche in der Champagne konnte ausklingen. Inzwischen waren auch Antje Sahlmen und Jutta Wesemüller mit dem Kleinbus aus Kiedrich eingetroffen, um uns am nächsten Tag wieder nach Hause zu begleiten.

Am Samstag hieß es dann wieder für ein Jahr Abschied nehmen. Mit einigen Tränen und herzlichen Umarmungen verabschiedete sich unsere kleine Gruppe um 10:00 Uhr von den französischen Freunden. Wir fuhren los, begleitet vom Winken der Franzosen, die auf dem Jard de Kiedrich zurückblieben.

Im großen französischen Supermarkt in Dizy wurde dann noch kurz Halt gemacht, um sich mit den wichtigsten, typisch französischen Leckereien und Mitbringseln für die Heimat einzudecken. Liebe Jutta, 40 Minuten sind definitiv zu wenig, um sich im Labyrinth des Carrefour zurechtzufinden. Aber irgendwie haben wir es ja alle pünktlich geschafft.

Müde von der Fahrt, den vielen Ausflügen und der Anstrengung, jeden Tag ein wenig Französisch zu sprechen und zu hören, kamen wir gegen 15:00 Uhr wieder in Kiedrich an. Müde, aber sehr zufrieden, glücklich und voller neuer Eindrücke. Trotz mancher kleiner Pannen oder Wartezeiten, insgesamt war es eine wunderschöne Woche mit euch Kiedricher Teilnehmern und unseren französischen Freunden. Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Austausch mit euch!

 

                Au revoir et à bientôt                           

Mathias und Simone